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Presseartikel "Gute Laune rettet den Tag"

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Erschienen am 21.6.2010
(Quelle: Der Neue Tag, Weiden)

Gute Laune rettet den Tag

Dr. Lothar Kiehl über traditionelle chinesische Medizin: Besser vorbeugen

Weiden. (uz) "Wie man sich fühlt, so lebt man", unterstrich Dr. Lothar Kiehl am Samstagabend bei der Veranstaltung "Grenzen erleben", zu der die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft in die Max-Reger-Halle geladen hatte. "Wer sich frühmorgens schon im Spiegel miesgelaunt sieht, der darf vom Tag nichts anderes erwarten." Der Mediziner: "Ich schaue rein und sage mir: Wow!"

Dr. Kiehl referierte über die traditionelle chinesische Medizin. Das Thema seines Vortrags lautete: "Vorbeugen und Behandlung seelischer Erkrankungen." Dabei ging es dem Mediziner vor allem darum, den kranken Menschen in seiner ganzen Person zu erfassen, was eigentlich stets das Ziel der Medizin gewesen sei.


Zusammenhänge erkennen
Auch in Europa. Bis man vor 150 Jahren begonnen habe, den menschlichen Organismus immer mehr zu zerlegen. In den letzten Jahren besinne man sich auch in der modernen Schulmedizin wieder der Zusammenhänge zwischen Körper und Seele des Menschen und seiner Umwelt.

Und hier setze auch die chinesische Medizin an. Tagsüber konnten sich die Besucher der Ausstellung in die Situation von psychisch kranken Menschen versetzen. Bei einem Einkaufsbummel durch einen Supermarkt, der im Untergeschoss aufgebaut war, hörten sie über Kopfhörer Stimmen, wurden von "Verkäuferinnen" und anderen Kunden bedrängt.


Yin und Yang
Diese "Sperrfeuer" wurden von Fachoberschüler gespielt. Dabei erfuhren auch gesunde Interessente das beklemmende Gefühl einer Psychose. Ähnlich wurde die Depression dargestellt. "Die chinesische Medizin gibt uns ein hervorragendes Beispiel für eine Heilkunst, die die Trennung in zwei Bestandteile, nämlich Körper und Seele, nie gekannt hat."

Dr. Kiehl: "Die wichtigsten Grundlagen der Chinesischen Medizin sind die Lehren von Yin und Yang und den fünf Wandlungsphasen." Im Westen sei vor allem die Akupunktur bekannt. Weniger bekannt seien hingegen die fast noch wichtigeren Elemente der chinesischen Heilkunst, nämlich Heilkräuter, die Moxibustion, Schröpfen, Chinesische Diätetik, Tui-Na-Massage, Qi Gong, Tai Chi und die Atemtherapie.

Dr. Kiehl betonte gerade bei psychischen Erkrankungen eine langjährige Begleitung zur Schulmedizin. "Es bedarf Jahre, um das zu beheben." In China selbst lebten Shen-gestörte Menschen in den Familien. Der chinesische Arzt könne seelische Erkrankungen allein schon am Zungenbelag erkennen.


Einheit von Geist und Körper
Im Mittelpunkt stehe Shen, der Geist, der sämtliche mentalen Fähigkeiten und psychischen Aktivitäten verkörpere. "Shen wohnt im Herzen und das zeigt sich in den Augen." Wenn der Glanz in den Augen verloren gegangen sei, weise dies auf eine Depression hin. "Menschen mit leuchtenden Augen haben starke Herzen."

Alles sei aus einem entstanden, unterstrich der Mediziner. "Im Herzen wohnt der Geist. Es ist unsere Software. Alle anderen Organe sind die Hardware." Aber: "Keine Software ohne Hardware. Geist und Körper bilden eine Einheit." Darin unterscheide sich die chinesische von der Schulmedizin. Und: "Die Formen der Depression entwickeln sich schleichend, die kommen nicht sofort."